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Südkurier vom 11.10.2010

Kressbronn

Landeier punkten mit Schwaben-Songs

Die Saubach-Komede bietet in der Kressbronner Festhalle unterm Strich einen gelungenen, unterhaltsamen Abend


Die Saubach-Komede sorgte in der Kressbronner Festhalle für gute Unterhaltung.
Bild: Christian Lewang

Trotz einiger technischer Schwierigkeiten, wie etwa nicht optimal eingestellter Mikros, konnten die Akteure der "Saubach-Komede" aus Äpfingen ihren Auftritt in der Kressbronner Festhalle schlussendlich für sich verbuchen. Sie haben wahrlich gerackert und es gelang ihnen, den Abend in einem riesigen Crescendo doch noch in einen Publikumserfolg zu verwandeln.

Das war zu Beginn nicht in dem Maße zu erwarten. Das Programm der acht "Landeier" aus der Nähe von Biberach setzt sich zusammen aus Sketchen und ganz besonderen Songs. Zu meist populären Melodien singen sie eigene, natürlich schwäbische Texte. Die Kulisse - eine Art Tor, zugehängt mit einem regenbogenfarbig flirrenden CD-Vorhang - bleibt lange Zeit rätselhaft. Bis auf Kastagnetten, Gitarre und Bongos sind ihre Instrumente selbst erdacht und gebaut. Auf Plastiktonne und heimgewerktem Cajon (ursprünglich übrigens wirklich ein verfremdeter Fischkasten) erzeugten sie eine Perkussion, die sich hören ließ, präzise und effektvoll. Schwaben-Mann-Hymne, großmütiges Mitleid mit dem armen Städter, der heldenhafte "Schorsch".

Ein schöner Einfall war die Kneipenszene mit dem Standesbeamten, der sich mit dem Kumpel über Namen wie Hanuta oder Granufink entsetzte. Neben wirklich originellen Einfällen, besonders in den Lied-Texten, hagelte es zahllose Kalauer.

Doch nach der Pause änderte sich die Qualität fast quantensprungartig. So gab es eine genial gemachte Hochzeitsszene, in der nur die Gedanken von Brautpaar und Kirchenbesuchern zu hören waren. Danach wurde kabarettistisch seziert. Denn heuchelnd äußerten sich alle genau anders, als vorher in Gedanken. Toll gespielt und sehr witzig

Ein weiterer Akt, der begeisterte: Auf der Bühne: Eltern, Sohn und PC. Bei der Unterredung mit dem Sohnemann ergaben sich herrliche Missverständnisse über das Downloaden und die Digitalkamera und die Befürchtung, der Onkel könne heterosexuell sein. Umwerfend wurde auch das TV-Shopping auf die Schippe genommen. Eine sehr gelungene Parodie auf die Verkaufsshows.

Den Höhepunkt setzten die Kabarett-Schwaben wohlweislich an den Schluss. Ihre Disco-Sensation mit irrwitziger Licht-Show gelang zur Riesenüberraschung in vielerlei Hinsicht: Passende Kostümierung und Choreographie, hervorragender Gesang und im schönsten Sinne obersaudumme, also brilliante Texte mit treffsicherem Wortwitz wurden sehr zur Freude des Publikums in der Kressbronner Festhalle geboten.



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