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SÜDWEST PRESSE Alb Bote Münsingen vom 09.08.2010


Bild: Gar nicht so einfach - die Verständigung zwischen Hochdeutschen und Einheimischen: Da wird die Suche nach dem richtigen Weg zu einem Problem. Foto: Marian Bloching


Gundelfingen. Die Lachmuskeln der Comedy-Besucher mussten am Freitagabend beim Auftritt der "Saubachkome.de" in der Gundelfinger Wittstaig Höchstleistung erbringen: Eine Pointe jagte die andere.

Schmerzen können so schön sein - zumindest wenn sie von der Überbeanspruchung des Zwerchfells herrühren. Bei der Vorstellung der "Saubachkome.de" anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Landhotels Wittstaig kamen die rund 120 Besucher dieser erstklassigen schwäbischen Comedy aus dem Lachen nicht heraus, Tränen mussten abgewischt werden, die sich bei den zahlreichen abstrusen und querdenkerischen Verwicklungen des wahren Lebens nicht zurückhalten ließen. Auf höchst amüsante und komische Weise wurden schwäbische Eigenheiten "ausgedabbt", es taten sich wahre Abgründe auf.

Nicht nur verbal verstanden es die Saubach-Komödianten zu punkten, insbesondere ihre einfallsreichen und gesanglich starken musikalischen Einlagen beeindruckten die Zuschauer, rissen sie mit und luden zum Mitsingen, Mitgrölen und Mitklatschen ein. Hervorzuheben sind hier die drei Brüder Alwin, Edgar und Egon Hagel, die nicht nur durch Mimik und Wortakrobatik glänzten, sondern vor allem durch ihre enorme Musikalität, die in der Abwandlung von "BeeGees" als "BeHas" zum Ausdruck kam.

Doch alle acht Saubachkomede-Akteure spielten sich gleichermaßen mit starker Bühnenpräsenz, ungezwungenem Charme und natürlichem Humor in die Herzen der Besucher.

Sehr schnell wurde das Goldstück Markus Burkhardt als der Altledige "Schorschi" zum Publikumsliebling, der auf der Suche nach einer Frau auch nicht davor zurückschreckte, Visitenkarten zu verteilen. Michael "Michel" Ogger kam zwar scheinbar als unschuldiger Jüngling daher, doch seine Zweideutigkeit war sehr schnell durchschaubar und absolut liebenswert. Stille Wasser gründen tief - diesen Beweis trat Oliver Burkhardt an, der zwar nicht oft etwas von sich gab, aber wenn, dann knochentrocken und saukomisch. Die beiden Damen Klara Urbansky und Melanie Traub vervollständigten das Comede-Team und gaben ihm den notwendigen weiblichen Touch. "Des Beschde isch a Schwoba-Frau" hielten sie dem Lied über den "Schwoba-Ma, der älles ka" entgegen.

Überhaupt nahmen sich die Akteure in ihren Songs immer wieder Problemen an, die das Leben eines echten Schwaben bestimmen: das schwere Dasein von Städtern und Ledigen, das Faulenzen des Nachbarn im Liegestuhl oder die Not, wenn Frau ein neues Kleid braucht. Zum Brüllen die Sketche und die skurrilen Szenen - aus dem Leben gegriffen: Was soll ein Standesbeamter nur von der heutigen Kommerzialisierung bei der Namensgebung halten: "Colgate Viagra Heinzelmann" - "des isch gar ed so schlecht, no woiß ma wenigschtens, wo des Kend herkommt!". Und natürlich ist da dieses kleine Problem mit dem Hochdeutsch, das in der Verständigung mit einem Straßensucher aus der Stadt ungeahnte Ausmaße annehmen kann. Natürlich gilt dies auch fürs Englische. Woher sollen Mütterchen und Väterchen auch wissen, was ihr Sohn Richard am Computer beim "Downloaden" wirklich macht - eine echt "versaute" Darstellung, die der Fantasie keine Grenzen setzte. Erst nach mehreren Zugaben durften sich die Komödianten von der Bühne verabschieden.



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